So teuer sind klassische VW

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Klassische VW sind beliebt und teuer, doch abseits der bekannten Autos gibt es noch Geheimtipps, gerade in der zweiten Reihe. Marktanalyse für VW-Oldtimer!

Kassische VW wärmen die Herzen vieler Klassikerfans. Oldtimer wie Käfer und Bulli gehören zu Deutschlands beliebtesten Oldtimern und sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Doch in der großen Volkswagen-Familie gibt es auch noch Schnäppchen!

Käfer boomt, der 1600er ist am günstigsten

Die Deutschen lieben ihren Käfer: Kein anderes Modell ist häufiger mit H-Kennzeichen zugelassen. Über 70 Jahre Bauzeit und die große Variantenvielfalt führen zu einem breiten, aber preislich auch stark differenzierten Angebot: “Das Spektrum reicht von unter 5000 bis über 100.000 Euro”, sagt Marius Brune vom Bochumer Marktbeobachter Classic Data. Am günstigsten kommen Kaufinteressenten beim Mexico-Käfer zum Zug, einem 1600er zum Zug, wie er von 1992 bis 2003 vom Band lief. Ausnahme sind die allerletzten Käfer aus der Serie “Última Edición”; sie können bis zu 30.000 Euro kosten. Käfer aus deutscher Produktion gibt es im Sammlerzustand ab 8000 Euro – so stuft Classic Data den von 1973 bis 1978 gebauten 1200er ein.

Brezel-Käfer für 66.000 Euro!
Die teuersten Käfer sind laut Brune das von 1945 bis 1949 gebaute Brezelfenstermodell (Zustand 2: 66.000 Euro, in der Spitze fast 100.000 Euro) sowie das Hebmüller-Cabrio. Tief greifen Sammler aber auch für seltene Spezialitäten in die Tasche, etwa den “Gelb-Schwarzen Renner” 1303 S von 1973 (Zustand 2: 37.500, Zustand 1: 58.000 Euro). Mächtig zugelegt haben Cabrios: Beim 1303 LS (1972 bis 80) stieg der Wert in den letzten sechs Jahren um 60 bis 70 Prozent; Spitzenexemplare toppen inzwischen die 30.000-Euro-Marke.

VW T2: Vom Lastesel zum Liebhaberstück

Keine Volkswagen mehr im Wortsinn sind längst auch frühe Bullis. Der T1-Markt hat sich nach dem Boom der Vorjahre zwar etwas abgekühlt; Samba-Busse mit zweiflügeliger Seitentür (1951 bis 56) werden mit 150.000 Euro (Zustand 2) aber nach wie vor höher gehandelt als mancher Porsche 911. Günstigste Bullis der alten Schule sind laut Brune die T2-Modelle aus den späten 70ern; in “gut” kosten aber auch sie schon über 20 000 Euro. Einen Auftrieb erwartet der Experte beim Nachfolger T3, der dieses Jahr 40 wird. Der T4 dagegen tut sich schwer. Er ist vielen noch zu neu, für Puristen wegen seines Frontmotors zudem kein echter Bulli mehr. Auch “Stinker-Diesel” drücken den Preis: “Verranzte Exemplare gibt es ab 2000 Euro”, sagt Brune, der höchstens Campern eine Liebhaberkarriere zutraut.

VW Golf: GTI und seltene Sondermodelle am gefragtesten

Überraschend steil verlief die Klassikerkarriere beim Golf. Der Käfer-Nachfolger machte in der deutschen Oldtimer-Top-Ten zuletzt zwei Plätze gut und steht mit 15.840 H-Kennzeichen-registrierten Exemplaren derzeit auf Rang sechs. Nach Erkenntnissen von Classic Data treten “Allerwelts-Gölfe” zunehmend aus dem Schatten der Ikone GTI: Späte “Einser” in Brot-und-Butter-Ausführung (50 PS, 1979 bis 83) stagnieren im Zustand 2 zwar noch bei 6000 Euro. Karge Frühexemplare der Baujahre 1974/75 erzielen aber schon fünfstellige Summen. Für den Golf gilt damit das Gleiche wie für seinen sportlichen Ableger Scirocco 2: je früher, desto teurer. Der Unterschied zu späten Baujahren kann dabei je nach Zustand zwischen 25 und über 50 Prozent betragen. Beim Golf 2, der schon überwiegend im H-Kennzeichen-fähigen Alter liegt, lässt der Durchbruch auf sich warten. Der Golf 2 GTI und seltene Sondermodelle verzeichnen die starkste Nachfrage. Bei ihnen wird die künftige Wertsteigerung am höchsten ausfallen, glaubt Marius Brune.

Exoten werden immer beliebter

Auffällig: Viele VW-Fans scheinen sich in letzter Zeit auch jenseits der “üblichen Verdächtigen” umzusehen. Das erklärt das schwindende Interesse an langjährigen Publikumslieblingen wie dem Karmann-Ghia einerseits, andererseits die Preisanstiege bei bislang wenig beachteten Modellen wie dem Typ 3 oder dem plötzlich entdeckten Brasilienimport SP2. Auch Youngtimer haben Potenzial. Am besten dürften die Chancen auf eine Zukunft als Klassiker derzeit beim Corrado stehen, der in unverbasteltem Originalzustand immer schwerer zu finden ist. Zwischen 6500 und 10 900 Euro sind für einen Corrado G60 mit 160 PS einzuplanen. Um Exoten wie den Passat W8 machen die Käufer dagegen einen Bogen: Zwar reizen Rarität und ungewöhnliches Motorkonzept. Der hohe Elektronikanteil weckt jedoch Sorgen, was den Marktpreis drückt. Hier ein Blick auf aktuelle Marktpreise bei klassischen VW: